{"id":55,"date":"2007-08-30T00:11:55","date_gmt":"2007-08-29T22:11:55","guid":{"rendered":"http:\/\/www.proflog.de\/wordpress2\/?page_id=55"},"modified":"2018-02-23T13:16:54","modified_gmt":"2018-02-23T11:16:54","slug":"chronik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.proflog.de\/wordpress\/?page_id=55","title":{"rendered":"Chronik"},"content":{"rendered":"<p>Vom Exerziergel\u00e4nde zum modernen Verkehrslandeplatz \u2013 urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Luftverkehr gedacht.<br \/>\nNoch w\u00e4hrend der Er\u00f6ffnungsfeier landeten die ersten der ann\u00e4hernd 200 Maschinen, die am Donnerstag im Rahmen des Deutschlandflugs den neuen Offenburger Verkehrslandeplatz anflogen.<br \/>\nWie an anderer Stelle berichtet, wurde der Verkehrslandeplatz .Offenburg nach Abschluss der Bauma\u00dfnahmen am Donnerstag wiederer\u00f6ffnet. Bei der Freigabe f\u00fcr den Luftverkehr hielt Oberb\u00fcrgermeister Gr\u00fcber nachfolgenden R\u00fcckblick auf die Entwicklung des Offenburger Flugplatzes:<br \/>\nDer Verkehrslandeplatz Offenburg hat eine Geschichte, die bis in das Jahr 1919 zur\u00fcckreicht. Bis zum Ende des ersten Weltkrieges war der gr\u00f6\u00dfte Teil des heutigen Flugplatzes als Exerzierplatz von den hier stationierten Truppen verwendet worden. Das in sich arrondierte Exerzierplatzgel\u00e4nde veranlasste den Bund Deutscher Flieger e.V. bereits im Oktober 1919, an die Stadt heranzutreten mit dem Ersuchen, ihm Gel\u00e4nde f\u00fcr den Flugsport zu \u00fcberlassen, Ab diesem Zeitpunkt wurde das Gel\u00e4nde bis zum heutigen Tag nur noch vom Flugbetrieb in Anspruch genommen.<br \/>\nDer Antrag des Bundes der Deutschen Flieger veranlasste den Gemeinderat, an 15. Juli 1920 \u00fcber die Wiederverwendung des Gel\u00e4ndes zu beraten, und er beschloss in diesem Zusammenhang u. a.: \u201eDer Stadtrat ist aber der Meinung, dass die Angelegenheit nicht au\u00dfer acht gelassen werden soll, denn Offenburg sei, wie kein anderer Platz, f\u00fcr eine Landestrecke geeignet\u201c.<br \/>\nIm Sommer 1924 trat sodann die Fliegergruppe Karlsruhe an die Stadt heran, um in Offenburg einen Flughafen zu er\u00f6ffnen. Auch der Verkehrsverein Offenburg wies zur selben Zeit die Stadtverwaltung darauf hin, welche Bedeutung ein Landeplatz f\u00fcr Stadt hat. Aber nicht nur dem propellerangetriebenen Flugzeug sollte der Platz damals dienen, sondern dem gleichzeitig aufkommenden Luftschiffverkehr, der seinerzeit erfolgversprechend erschien.<br \/>\nDer Gemeinderat beschloss am 17. November 1924, f\u00fcr die Einrichtung des Flugverkehrs Frankfurt \u2013 Basel \u2013 Konstanz einen Betrag von 20 000,\u2013 Reichsmark aufzubringen. Damit war gleichzeitig die Absicht verbunden, das Flugplatzgel\u00e4nde der badischen Luftverkehrsgesellschaft kostenlos zur Verf\u00fcgung zu stellen. Es ist erw\u00e4hnenswert, dass der Gemeinderat in der soeben zitierten Sitzung u. a. bereits die \u201eWichtigkeit des Flughafenunternehmens jetzt und in der Zukunft allseits anerkannte\u201c.<br \/>\nDas Unternehmen konnte allerdings nicht verwirklicht werden, weil sich der geplante Flugplatz innerhalb der entmilitarisierten 50-km-Zone nach dem damals abgeschlossenen Friedensvertrag befand. Dessen ungeachtet befasste sich die Stadtverwaltung auch in der Folgezeit mit dem Ausbau des Flugplatzes und holte Angebote zur Errichtung einer Flugzeughalle ein. Zu jener Zeit bestand schon die Absicht, einen Linienverkehr f\u00fcr Kurzstrecken einzurichten, dem sich die Luftverkehrsgesellschaft \u201eSchwarzwald mbH \u2013 Freiburg i. Br.\u201c widmete. Sie forderte die Stadt zur Beteiligung auf. In den folgenden Jahren bem\u00fchten sich Stadtverwaltung und Verkehrsverein immer wieder, das Verbot des Friedensvertrages zu durchbrechen, zumal der Flugplatz in der Zwischenzeit den Charakter eines Notlandeplatzes angenommen hatte.<br \/>\nAus dieser Anfangsentwicklung heraus w\u00e4re ein Ereignis wiederzugeben, das uns heutige Offenburger schmunzeln l\u00e4sst: Am 30. April 1927 musste ein Passagier- und Postflugzeug der Deutschen Lufthansa auf den Wiesen der \u201eOberen Bannb\u00f6sch\u201c, wo sich heute der OFV-Sportplatz befindet, notlanden. F\u00fcr die von der Notlandung hinterlassenen Spuren des Fahrwerkes wurde der Lufthansa von der st\u00e4dtischen Grundst\u00fccksverwaltung eine Rechnung in H\u00f6he von 50,\u2013 Mark zugestellt, die dann allerdings \u2013 auf Einspruch hin \u2013 gro\u00dfz\u00fcgig erlassen wurden.<br \/>\n1928 war es wieder der Verkehrsverein, der die Stadt auf die Bedeutung des Luftverkehrs hinwies und empfahl, den Flugplatz Offenburg als Luftschiffhafen auszubauen. Die Stadt bekundete ihrerseits das Interesse am Luftverkehr, in dem sie das ehemalige Exerzierplatzgel\u00e4nde mehrfach f\u00fcr Luftsportveranstaltungen zur Verf\u00fcgung stellte, was jeweils viel \u00c4rger mit den Wiesenp\u00e4chtern einbrachte. Anfang der 30er Jahre erschien die Entwicklung des Flugplatzes Offenburg v\u00f6llig bedroht, denn die Vorschriften in der \u201eneutralen Zone\u201c wurden noch sch\u00e4rfer als zuvor beachtet. Zu den zw\u00f6lf in der \u201eneutralen Zone\u201c sodann freigegebenen Flugpl\u00e4tzen z\u00e4hlte auch Offenburg, weshalb die Stadt einen entsprechenden Zulassungsantrag beim damals zust\u00e4ndigen Badischen Ministerium des Innern einreichte.<br \/>\nMit der Bebauung des Ortsteiles \u201eHildboltsweier\u201c wurde am 29. Oktober 1932 begonnen. Von diesem Zeitpunkt an begann eine Entwicklung, nach der die Bebauung und die Belange des Flugplatzes aufeinander abgestimmt wurden. Nur aus dieser gegenseitigen \u00dcbereinstimmung war es m\u00f6glich, das Gel\u00e4nde f\u00fcr die Anlage eines Flugplatzes noch offen zu halten, wozu die Stadt erstmals im November 1935 eine Anlagegenehmigung erhielt. Allerdings wurde aus unerkl\u00e4rlichen Gr\u00fcnden hierzu niemals eine Betriebserlaubnis erteilt, und das Flugplatzgel\u00e4nde galt lediglich als Privatlandeplatz oder als Sportflugplatz zu dessen Benutzung nur wenige Landeerlaubnis erhielten.<br \/>\nDas vom Luftverkehrsamt Stuttgart zur Errichtung geforderte Flugwachtdienstgeb\u00e4ude wurde erstellt und diente bislang als Flugleitungsgeb\u00e4ude. In der Zeit des zweiten Weltkriegs kam der Sport- und Linienflug zum Erliegen. Das Flugplatzgel\u00e4nde wurde durch Sperreinrichtungen unbenutzbar gemacht. Schlie\u00dflich f\u00fchrte die Nahrungsnot dazu, dass im Fr\u00fchjahr 1945 der Offenburger Flugplatz zur uneingeschr\u00e4nkten landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben wurde.<br \/>\nViel Privatinitiative geh\u00f6rte dazu, um das zweckentfremdete Flugplatzgel\u00e4nde einzuebnen und Anfang der 50er Jahre den Flugbetrieb wieder aufnehmen zu k\u00f6nnen. So w\u00e4re zu erw\u00e4hnen, dass auf dem Flugplatzgel\u00e4nde von Offenburg der erste Modellflugwettbewerb nach dem Kriege stattfand. Aus dem mutigen Beginnen der Fliegergruppe Offenburg entstand wieder ein Sportflugplatz.<br \/>\n1961 befasste sich die Stadtverwaltung mit dem Gedanken, den Flugplatz in ihre Halterschaft zu \u00fcbernehmen und ihn der allgemeinen Luftfahrt zur Verf\u00fcgung zu stellen. Den hierzu entscheidenden Beschluss fasste der Gemeinderat im Juni 1962. Es dauerte bis zum 7. September 1967, bis die Vorarbeiten so weit gediehen waren, dass die Landeplatzer\u00f6ffnung erfolgen konnte, Damit wurde das Gel\u00e4nde zu einem Verkehrslandeplatz bescheidenster Art mit einer Gras- Start- und Landebahn. Dass der Gemeinderat mit seinem Beschluss, den Landeplatz in seine Halterschaft zu \u00fcbernehmen, richtig gehandelt hat, beweisen die Flugbewegungen, die im Jahre 1972 die beachtliche Zahl von 22 000 erreichten.<br \/>\nDie L\u00f6sung st\u00e4dtischer Verkehrsprobleme im Zusammenhang mit der Verbindungsstra\u00dfe S\u00fcd war sodann Anlass, die Planung und Projektierung f\u00fcr den endg\u00fcltigen Ausbau des Verkehrslandeplatzes in Angriff zu nehmen. Hierzu fasste der Gemeinderat am 1. Juli 1974 seinen Grundsatzbeschluss. Es dauerte nun sieben Jahre, bis nach Abschluss der Planung und Sicherstellung der Finanzierung nun der Verkehrslandeplatz dem allgemeinen Luftverkehr wieder \u00fcbergeben werden konnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vom Exerziergel\u00e4nde zum modernen Verkehrslandeplatz \u2013 urspr\u00fcnglich f\u00fcr den Luftverkehr gedacht. 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